BBW: Eine Chance für die Region
Als „eine richtig gute Chance für die Region“ bezeichnete Dr. Reinhard Kubat Angebote und Leistungskraft des BBW Nordhessen am Ende eines ausführlichen Rundgangs durch die Ausbildungbereiche und einer Diskussion mit Auszubildenden und Mitarbeitern des BBW und der Staatlichen Berufsschule im BBW. Kubat hatte das BBW besucht, um sich vor Ort über die Ausbildung und Förderung behinderter Jugendlicher zu informieren. Er zeigte sich erstaunt über die breite Palette von Produktions- und Dienstleistungsaufträgen, die Auszubildende und Ausbilder des BBW für Kunden aus der Region erledigen. Dass das BBW dabei im Rahmen seiner realitätsnahen Ausbildung nicht als Konkurrent sondern als Subunternehmen für die heimische Wirtschaft auftrete, würdigte Kubat als Chance für die Region, denn so könnten die heimischen Betriebe ihre Schlagkraft durch Zukauf entsprechender Qualitätsleistungen vor Ort erhöhen. Bathildisheimvorstand Klaus Winger informierte den Landratskandidaten über die engen Kooperationsnetze, die das BBW und die regionale Wirtschaft verbinden: „ Wir fertigen zum Beispiel Kleinserien, konstruieren Einzelstücke im Metall- und Holzbereich günstig und mit hoher Qualität. Die Betriebe bieten uns Praktikumsplätze für unsere Azubi und versorgen sich darüber auch mit Fachkräftenachwuchs. Das ist ein Win-Win Verhältnis, das wir ausbauen wollen.“
Kubat informierte sich auch in der ausschließlich Menschen mit Behinderungen beschäftigenden Integrationsfirma DigitAr, einer Tochtergesellschaft des BBW. Die DigitAr GmbH steuert mit ihrem Call-Center im Mengeringhäuser Feld den gesamten AST-Verkehr in der Region. Er zeigte sich beeindruckt von der Leistung und Kompetenz der Mitarbeiter und sagte zu, sich jetzt als Bürgermeister und zukünftig als Landrat gerne dafür einzusetzen, dass die EWF, die Auftraggeberin dieser von behinderten Menschen betrieben Mobilitätszentrale, diesen „für viele Menschen im Landkreis unverzichtbaren Service“ auch weiterhin nutzt.
Umfassende Informationen von Vorstand Klaus Winger über das Rehazentrum Bathildisheim als überregional wichtigem Fachzentrum für junge und alte Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, als größtem Arbeitgeber der Region und wichtigem Wirtschaftsfaktor regten beim Landratskandidaten Pläne an, diese Kompetenzen für die nachhaltige Entwicklung des Landkreises stärker als bisher zu nutzen. Die Folgen des demografischen Wandels könnten zumindest gemildert werden durch die engere Verzahnung von BBW und Wirtschaft aber auch durch barrierefreien Tourismus und barrierefreies Wohnen für alte und behinderte Menschen, betreut durch die vorhandenen Fachkräfte. Der Landratskandidat und BBW-Führungskräfte waren sich einig, dass durch solche Angebote auch Menschen aus Ballungsräumen angesprochen werden und gut versorgt und vergleichweise kostengünstig ihren Lebensmittelpunkt nach Waldeck verlagern könnten. Damit würden hier Arbeitsplätze auch für jüngere Menschen gehalten und neu geschaffen. Dr. Kubat sagte zu, diese Themen spätestens nach seiner Wahl aktiv aufzugreifen, denn „sie passen als ein Mosaikstein in mein Konzept von der nachhaltigen Entwicklung unseres ländlichen Raumes.“ Der Besucher bekannte, dass ihm bisher nicht so deutlich gewesen sei, welche Fähigkeiten und Leistungsstärken junge Menschen mit zu Teil sehr starken Behinderungen entwickeln können, wenn sie fachkompetent und umfassend gefördert werden. Dies sei mit Sicherheit eines der wichtigen Entwicklungspotentiale im Landkreis.
