Eine Chance für den ländlichen Raum
Politische Entscheidungen mögen manchmal durch Verhältnisse und Entwicklungen begründet sein. Meist jedoch sind sie Konsequenz der Erfahrungen jener Menschen, die sie treffen. Auf Bundes- wie auf Landesebene orientiert sich Politik in aller Regel an den Erfahrungen von Großstadtmenschen und jenen Politikerinnen und Politikern, die in Ballungsräumen aufgewachsen sind und leben. Oft haben deshalb die Nordhessen das Gefühl, dass ihre Interessen bei landespolitischen Entscheidungen nicht angemessen berücksichtigt werden.
Die Gemeinden, Städtchen und Landkreise in allen ländlich strukturierten Gebieten brauchen deshalb an ihrer Spitze überzeugte, engagierte, kompetente und durchsetzungsstarke Vertreter ihrer Interessen.
Ein solcher Anwalt des ländlichen Raums ist Dr. Reinhard Kubat. Er wuchs in dem 800-Seelen-Dorf Marienhagen nördlich des nordhessischen Edersees auf. Der Großvater mütterlicherseits war der Steinmetz des Ortes und betrieb eine kleine Landwirtschaft, die der aus dem Sudetengebiet stammende Schwiegersohn mit seiner Frau im Nebenerwerb weiterführte. Die vier Kinder – unter ihnen Reinhard – halfen vor der Schule und am Nachmittag in Stall und Feld.
Das hat Reinhard Kubat geprägt. Nach dem Abitur in Korbach studierte er Biologie an der Philipps-Universität Marburg, arbeitete dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter und promovierte schließlich. Nach einigen berufsbedingten Auslandsaufenthalten kehrte er in sein Heimatdorf zurück, um den älter werdenden Eltern behilflich zu sein.
Schnell allerdings wurde er Geschäftsführer der Regionalen Entwicklungsgruppe Kellerwald-Edersee, einer von der Europäischen Union und dem Land Hessen anerkannten Lokalen Aktionsgruppe (LAG). In dieser Funktion moderierte er die Förderung einer integrierten, ökologisch orientierten und wirtschaftsstärkenden Regionalentwicklung. Acht Jahre lang nahm Dr. Kubat diese Aufgabe wahr. In dieser Zeit wirkte er ehrenamtlich in der Kommunalpolitik mit – als Ortsvorsteher von Marienhagen und als Gemeindevertreter in Vöhl.
2001 wurde die Position des Bürgermeisters des Kellerwald-Städtchens Frankenau frei. Dr. Kubat wurde mit einem sehr ordentlichen Ergebnis gewählt. Die Aufgabe war schwer; Frankenau war eine der höchstverschuldeten und damit ärmsten Kommunen in Hessen. Im ständigen Dialog nicht nur mit der SPD, die in der Stadtverordnetenversammlung über eine Mehrheit verfügt, sondern mit allen Fraktionen gelang ihm ein überzeugender Sparkurs, der von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt bei der Wiederwahl im Jahr 2007 eindrucksvoll honoriert wurde: Mit 92,6 Prozent wurde Dr. Kubat im Amt bestätigt.
Seit einigen Jahren ist Dr. Kubat außerdem einer der beiden Bundesvorsitzenden der Bewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.
Am 5. Juli 2009 sind Landratswahlen in Waldeck-Frankenberg. Die SPD hat sich für Dr. Reinhard Kubat als ihren Kandidaten entschieden. Zwar gehört er der Partei nicht an, aber in der Zeit als Bürgermeister Frankenaus wie auch in den der Nominierung vorausgegangenen Gesprächen hat sich gezeigt, dass die politischen Ziele identisch sind.
Beim Nominierungsparteitag gewann er die Köpfe, aber auch die Herzen der Delegierten. Dr. Kubat imponierte durch die sehr persönliche Weise der Vorstellung von Person und politischen Vorstellungen. Diese ganz eigene Art besteht vor allem darin, dass er keine politische Rede hält, sondern mit einfachen Sätzen erzählt, was er zu sagen hat. Schon in seiner Biographie wird deutlich, was ihm wichtig ist: die Liebe zur Heimat, die dann vor allem auch in dem unbedingten Willen mündet, „Speerspitze“ – so nennt er das – der Entwicklung des ländlichen Raumes zu sein; ethische Prinzipien, die darin zum Ausdruck kommen, dass er nach Aufenthalten in anderen Teilen Deutschlands und der Welt zurück kommt zu den Eltern nach Marienhagen, um ihnen im Altwerden helfen zu können; der Gemeinsinn, den er mit dem vom Großvater über der Marienhagener Turnhalle installierten Spruch „Einigkeit macht stark“ erklärt. Diese Verbindung von persönlichen Werten und politischen Zielen ist es, die Kubat so glaubwürdig macht: seine Zuhörer nehmen wahr, dass er von dem, was er sagt und will, absolut überzeugt ist.
Sicherung der Arbeitsplätze durch wirtschaftliche Entwicklung und technische sowie energetische Innovation, wohnortnahe Schulen, Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand, eine gute Zusammenarbeit von Landkreis und Kommunen – das sind einige weitere Schwerpunkte, die Dr. Kubat als Landrat setzen will.
Waldeck-Frankenberg ist – insbesondere was die Kooperation zwischen Landkreis und Kommunen sowie zwischen den Fraktionen des Kreistags betrifft – in den letzten zwölf Jahren zu einem schwierigen Landkreis geworden. Kooperation findet faktisch nicht statt.
In der SPD und inzwischen auch in großen Teilen der Bevölkerung ist man der Auffassung, dass Dr. Kubat hier eine Änderung gelingen kann. Und er kann mit seinen Ideen, mit Beharrlichkeit und seiner Kommunikationsfähigkeit die Entwicklung des Landkreises vorantreiben.
Zur Person: Dr. Reinhard Kubat ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder.
