Tourismus ist Wirtschaftsfaktor mit Potenzial
In zahlreichen Gesprächen mit Vertretern von Tourismus und Gastronomie hat sich Landratskandidat Dr. Reinhard Kubat in den vergangenen Wochen einen detaillierten Überblick über die Situation der Branche in Waldeck-Frankenberg verschafft. Sein Fazit: Der Tourismus ist eine der Hauptsäulen des wirtschaftlichen Lebens in Waldeck-Frankenberg und er bietet auch noch eine Menge Zukunftspotenzial, das es zu nutzen gilt. Der Landrat ist aufgrund seines Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzender der Touristik Service Waldeck-Ederbergland GmbH (TZWE). Kubat kündigte an, dass er sich im Falle seiner Wahl zum Motor der Entwicklung machen werde, um das Erreichte zu sichern und die noch ungenutzten Möglichkeiten effizienter zu nutzen.
„Der Tourismus hat in unserem Landkreis im vergangenen Jahr eine Wertschöpfung von knapp 690 Mio. Euro erzielt und insgesamt etwa 15.000 Menschen einen krisenfesten Arbeitsplatz geboten“, resümierte Kubat. Mehr als 712.000 Gäste und 3,25 Mio. Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mehr als 8 Betten sowie auf Campingplätzen seien eine eindrucksvolle Bilanz und eine Basis, auf der man aufbauen könne. Rechne man die Übernachtungen in den nicht erfassten Betrieben hinzu, so steige die Zahl der Übernachtungen nochmals um rund 1 Million an.
„Meine Gespräche haben mir gezeigt, dass die gegenwärtige Krise sogar eine Chance für den Fremdenverkehr in unserer Region darstellt, denn die Tendenz zum Urlaub in der Heimat ist deutlich ansteigend“, stellte der Landratskandidat fest. Die Zuwächse von 2,6 Prozent bei den Übernachtungen sowie 2,8 Prozent bei den Gästeankünften seien ein deutliches Anzeichen dafür, zumal sie signifikant über dem Landesdurchschnitt liegen.
Hinsichtlich der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten bezog sich Kubat auf eine Gästeumfrage, die von der TZWE gemeinsam mit der Universität Kassel im Zeitraum von März 2008 bis Februar 2009 durchgeführt wurde. Diese zeige einerseits die vorhandenen Stärken auf, mache jedoch auch deutlich, wo man noch ansetzen könne. Jeweils ein Viertel der Befragten gab an, entweder den Haupturlaub oder einen Kurzurlaub in Waldeck-Frankenberg zu verbringen. Wochenendtrips und Wellnessurlaube waren mit 13 bzw. 14 Prozent ebenfalls stark vertreten. Jüngere Gäste bevorzugten vor allem Kurzurlaube, die ab 35jährigen verbrachten mehrheitlich ihren Haupturlaub in Hessens Tourismusregion Nr. 1. Ein Viertel aller Urlauber kommt aus den Niederlanden, die deutschen Gäste stammen mehrheitlich aus Nordrhein-Westfalen (48 Prozent) und Hessen (17 Prozent).
„Erfreulich ist auch die hohe Zufriedenheit der Touristen mit dem Angebot in unseren Ferienregionen“, stellte Kubat fest. „Bei der Befragung lagen wir in fast allen Punkten auf der Schulnotenskala besser als 2, das zeigt, wie gut die Standards bei uns sind“. Bemerkenswert sei auch, dass die meisten Gäste, rund ein Viertel, aufgrund von Empfehlungen nach Waldeck-Frankenberg kommen. Mehr als 80 Prozent erklärten zudem, dass sie die Ferienregion unbedingt weiterempfehlen wollen.
Nachholbedarf sieht Kubat noch bei der Vermarktung des Nationalparks Kellerwald-Edersee. „Zwar kennen 49 Prozent der Befragten ihn bereits, die meisten haben ihn auch schon besucht, aber es gibt immer noch eine Gruppe von 37 Prozent, die an-gab, bislang noch nichts vom Nationalpark gehört zu haben“. Hier müsse man gezielt ansetzen. Die Chancen für eine weitere Vermarktung des Nationalparks beurteilt Kubat als sehr gut, zumal die meisten Gäste als Hauptzweck ihrer Freizeitaktivitäten Wandern und Naturerleben genannt haben.
Im Falle seiner Wahl werde er mit allen Beteiligten Kontakt aufnehmen, um eine schlagkräftige Werbelinie zu entwickeln. „Der Tourismus bietet bei uns noch viele Möglichkeiten und er wird bei einem gezielten und naturverträglichen Ausbau auch weitere Arbeitsplätze in der Region schaffen“.

