Treffen mit den nordhessischen Landräten
Am Dienstagabend traf Dr. Reinhard Kubat, Bürgermeister von Frankenau und Kandidat für die Position des Landrats von Waldeck-Frankenberg, mehrere nordhessische Spitzenpolitiker. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Stefan Reuß, Landrat des Werra-Meißner-Kreises, und Uwe Schmidt, ab 1. Juli Landrat des Landkreises Kassel, trafen sich mit Kubat in Bad Wildungen zu einem Informationsaustausch. Anschließend gaben sie in einem Gespräch mit Pressevertretern Auskunft über die erörterten Themen.
Wichtigster Wunsch der Gesprächspartner von Dr. Kubat: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg, hinsichtlich der Fläche größter Kreis Hessens, solle sich stärker in die nordhessische Gemeinschaft integrieren und bei gemeinsamen Projekten nicht länger abseits bleiben. Hilgen meinte, auch in Waldeck-Frankenberg müsse Nordhessen zur Chefsache werden. Bei Zusammenkünften auf Nordhessenebene seien die Landkreise durch ihre Landräte bzw. die kreisfreie Stadt Kassel durch ihren Oberbürgermeister vertreten. Lediglich Waldeck-Frankenberg lasse sich bisher durch ein anderes Mitglied des Kreisausschusses vertreten.
Als aktuell wichtigstes gemeinsames Thema in Nordhessen bezeichnete Hilgen Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz und der Versorgung mit regenerativen Energien. Ein gemeinsam aufgestellter Masterplan sehe die Schaffung von 20.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahre 2020 vor. Leider sei Waldeck-Frankenberg derzeit nicht dabei.
Dr. Kubat sieht in einer Beteiligung des Landkreises an diesem Projekt eine Chance, dem demographischen Wandel entgegenzuwirken. „Junge Menschen bleiben hier, wenn sie in ihrer Heimat qualifizierte Arbeitsplätze finden“, meinte er; so könne man den ländlichen Raum stärken.
Landrat Reuß nannte den Tourismus als weitere gemeinsame Aufgabe Nordhessens. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe man nun eine angemessene Form der Kooperation gefunden. Messetermine und bestimmte Bereiche der Werbung würden zentral gemanagt; den touristischen Arbeitsgemeinschaften und Gesellschaften bleibe aber genug Raum zur Vorstellung eigener Angebote. Waldeck-Frankenberg sei hessische Tourismushochburg und deshalb wichtiger Partner der nordhessischen Gemeinschaft; andererseits könne Waldeck-Frankenberg aber auch von Veranstaltungen anderer Landkreise und der Stadt Kassel – z.B. der Documenta - profitieren.
Uwe Schmidt (Kassel-Land) nannte den Verkehr als eine weitere gemeinsame Aufgabe Nordhessens. Zwar müsse jeder Landkreis mit seinen jeweiligen Nachbarn – der Landkreis Kassel mit südniedersächsischen, ostwestfälischen und ostthüringischen Kreisen – kooperieren, aber der Nordhessische Verkehrsverbund sei gemeinsame Angelegenheit aller nordhessischen Landkreise, und Waldeck-Frankenberg könne seine Interessen nur bei aktiver Mitarbeit vertreten.
Dr. Reinhard Kubat sicherte zu, im Falle seiner Wahl zum Landrat zu einem verlässlichen Partner der nordhessischen Landkreise zu werden. „Gemeinsam sind wir stark“, zitierte er eine alte Turnerweisheit und bezog dies sowohl auf den Landkreis Waldeck-Frankenberg als auch auf das nördliche Hessen.
Auf dem Bild v.l.n.r.: Uwe Schmidt, Dr. Reinhard Kubat, Stefan Reuß, Bertram Hilgen
